Mai: Leere Strände in Italien

Der große Run bleibt im Mai aus – Die Lockdowns hallen nach

Sechs Monate im Lockdown und der Sommer hält im Mai zögerlich seinen Einzug. Unser Verlangen nach Freizeit ohne Einschränkungen und Urlaub steigt, doch was ist möglich in diesen von der Corona-Pandemie geprägten Zeiten? Wir wagen den Versuch und starten am 15. Mai nach Italien, zu unserem seit Jahren bevorzugten Campingplatz zwischen Jesolo und Venedig. Die Quarantäne-Pflicht wurde beendet und eine Impfung oder PCR-Test für die Einreise und erholsamen Urlaub reichen aus.

Ab 15. Mai ohne Quarantäne im Urlaub

Bereits vor einem Jahr, im Juni 2020, eine Woche nachdem Italien wieder für Urlauber öffnete, sammelten wir erste Erfahrungen, wie die Menschen mit den massiven Einschnitten umgehen. Signifikant war die Belegung zu etwa nur 40 Prozent auf dem Campingplatz, in einer Jahreszeit, in der der Platz sonst weitgehend ausgebucht ist. Was erwartet uns 2021, jetzt, wo Reisen an die Adria wieder möglich ist? So früh in der Saison waren die Plätze in den letzten Jahren etwa zu einem Drittel belegt. Wird es 2021 einen Run geben oder sind die Menschen weiter zurückhaltend?

Autobahn ohne Wohnmobile und Caravans

Die Antwort fanden wir bereits bei der Anreise. Zwischen Salzburg und Udine zählten wir keine zehn Wohnmobile oder Wohnwagen auf der Autobahn. Waren wir etwa zu früh dran? Öffnete Italien erst am 16. Mai? Was ist los, was erwartet uns? Keine Kontrolle an der italienische Grenze und auch unterwegs nicht. Nach fünf Stunden und 450 Kilometern stehen wir dann an der Einfahrt zu unserem Domizil auf Zeit, alleine. Für den Ceck-In ist ein aktueller PCR-Test ausreichend, Quarantäne nicht mehr nötig, der Urlaub kann beginnen. Wir fahren ein in den Platz mit Kapazitäten für 5000 Gäste. Im Mai 2021 aber sind kaum Bungalows oder Zelte belegt, auf dem großen Areal der Stellplätze, die sich auf einer Länge von einem Kilometer zum Meer hinziehen, stehen sechs einsame Wohnmobile, in der Zone C kein einziger. Wir haben das Gefühl, allein zu sein auf dem Platz, eine geisterhafte Stimmung. Wo sind die Menschen?

Wo sind die Menschen?

Am ersten Tag genießen wir die Ruhe und Idylle mit einem fast surrealen Empfinden. Das Meer und der Strand nahezu unberührt, außer die morgendlichen Traktoren, die täglich gegen 7.00 Uhr den Strand fein durchsieben und auch von Unrat befreien, sofern überhaupt vorhanden. Gerne sind wir an „unserer Strandbar“ zu Gast, treffen neben zahlreichen italienischen Urlaubern viele Einheimische, man ist unter sich, wir sind einige der ganz wenigen Urlauber aus dem Ausland. Dennoch, wir fühlen uns sofort heimisch, man spricht deutsch und pflegt die italienische Gastlichkeit.

Strandbar: ein kleines Stück vom Glück

Wie sieht es auf den anderen Plätzen in der Nachbarschaft aus? Bei ausgedehnten Strandspaziergängen besuchen wir vier weitere. Überall das gleiche Bild. Kaum Gäste an der Adria. Zugegeben, es ist noch früh im Jahr, nachts kühlt es bei Regen noch ab und die Pfingstferien beginnen erst in einer Woche. Das Meer ist für ein Bad noch etwas kalt, bestenfalls bei strahlender Sonne zu genießen, dazu ein wechselhaftes Wetter. Das milde Klima aber, der stetige Wind vom Meer, das sanfte Brausen der Wellen die auf den gepflegten feinen Sandstrand auflaufen und das feine Rauschen der Bäume am Platz, das alles tut Seele, Körper und Geist gut. Willkommen im Urlaub, willkommen in Italien, es sind noch Plätze frei.

Fotos: Gerd Spranger

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