Herbstliche Rundreise von Salzburg nach Hallstatt

Mit dem Aufzug auf den Mönchsberg und das Panorama auf die Festung Hohensalzburg und die romantische Altstadt genießen. Fotos: Gerd und Christine Spranger

(gsp) Der November zeigt sich mit immer kürzeren Tagen. Jetzt nutzen wir wie viele andere jede Sonnenstunde, vor allem am Wochenende, für Ausflüge und Wanderungen. Einer unserer Herbstexkursionen führt uns zunächst nach Salzburg. Mit unserem Auto fahren wir bequem direkt ins Zentrum in die Mönchsberg-Garage. Das Parken ist hier leistbar, wenn Salzburg-Besucher ihr Ticket in einem Geschäft oder einer anderen Anlaufstelle wie dem Mönchsbergmuseum lochen lassen. Der kleine Bergrücken des prominenten Aussichtsplatzes, der die Stadt auf einer Länge von etwa zwei Kilometer durchzieht, ist links und rechts des Neutors weitgehend ausgehöhlt und bietet auf vier Ebenen ausreichend Parkmöglichkeiten. Beim Ausgang der Garage in Richtung Innenstadt steht der Stadtbesucher dann direkt vor dem Festspielhaus, der Getreidegasse oder vor dem Museum der Moderne mit einem komfortablen Aufzug (kostenpflichtig) hinauf zum Museum der Moderne.

Wandern über den Dächern der Stadt

Nachdem wir unser Auto geparkt haben wählen wir die bequeme Variante und fahren mit der Aufstiegshilfe in nur wenigen Minuten direkt zum Eingang des Museums. Auf der Terrasse erwartet uns ein herrlicher Ausblick in etwa hundert Meter Höhe über die Dächer der Altstadt von Salzburg. Wir genießen den einzigartigen Blick auf Salzach, Getreidegasse, Schloss Mirabell, Dom und Festung Hohensalzburg. Für einen Besuch des Museums der Moderne fehlt uns heute leider die Zeit, wir spazieren gemächlich durch eine Naturlandschaft mit altem hohen Baumbestand, den man im Zentrum von Salzburg so nicht erwartet. Vorbei an der alten Festungsanlage der Bürgerwehr Salzburg – mit schönem Ausblick auf die teilweise sehr moderne Siedlung vor dem Rainberg und einem Weitblick bis hinüber zum Salzburger Airport und Staufen – führt unser Weg nach einigen hundert Metern wieder abwärts, vorbei an der Edmunsburg zum Toscaninihof. Wer auf der Höhe weiterwandert, kann in einer halben Stunde bis zur Festung Hohensalzburg gehen oder hinüber ins Nonntal. Wir haben bei dem kurzen Abstieg die Rückseite des Festspielhauses besichtigt und gelangen über die Clemens-Holzmeister-Stiege wieder zurück in die Stadt.

Christkindlmarkt und Getreidegasse

Vom Toscaninihof aus ist der Salzburger Christkindlmarkt eigentlich ‚gleich um die Ecke‘. Die Getreidegasse erreichen wir gemütlich in zehn Minuten und bewegen uns schon wieder zurück zu unserer Garage im Mönchsberg. Eine kurze, doch lohnende Runde für einen sehr abwechslungs- und aussichtsreichen Rundgang. In nur 90 Minuten haben wir bereits mehr gesehen und erlebt als bei anderen Wochenendausflügen. Unterwegs machten wir Halt bei einem der vielen Brotzeistandl’n.

Von der Mönchsberg-Garage aus setzen wir unsere Fahrt fort, wir haben uns viel vorgenommen. Das Ziel unserer Reise ist Hallstadt in Oberösterreich, eine gute Autostunde und 80 Kilometer östlich, am Fuße des Dachsteins gelegen. Wir nehmen einen kleinen Umweg über die Autobahn (Richtung Wien) und fahren nach 18 Kilometern in Thalgau ab. Im Ortszentrum von Thalgau führt dann die Fuschler Straße über die Anhöhe Ellmau hinüber zum Fuschlsee und den gleichnamigen Ort.

Romantische Blicke auf Fuschlsee
und Wolfgangsee

Von Thalgau hinüber zum Fuschlsee über die Anhöhe Ellmau ist ein landschaftliches Erlebnis

Wir wählen diese Strecke gern, denn mit jedem Kilometer ändert sich die Landschaft, und von Thalgau aus fährt man in einigen Kehren auf eine sonnige Anhöhe. Ist es zunächst der Ausblick hinunter ins Tal, so zeigt sich das weite Hochplateau wie eine aus er Zeit gefallene Idylle mit grünen Wiesen und einzelnen Bauerngehöften. Dann geht es wieder ein kurzes Stück hinab durch einen dunklen Wald, ehe man unvermittelt auf einer Anhöhe über dem Fuschler See in einer herbstlichen Bilderbuchlandschaft ankommt. Wir erblicken den smaragd-grün glitzernden kleinen See, schwarz-weiß-gefleckte Kühe auf den immer noch grünen Weiden, umrandet von bewaldeten Berghängen. Der kleine Ort Fuschl am See im herrlichen Salzkammergut empfängt seine Besucher mit einem Ortsbild, das von neu renovierten historischen Gebäuden geprägt ist. Hier lohnt ein kurzer Zwischenstopp auf unserer kleinen Reise zum tief Ein- und Durchatmen. Sechs Kilometer weiter wartet die noch größere Idylle auf uns, St. Gilgen am Wolfgangsee.

Hoch hinauf mit Zwölferhornbahn
und Schafbergbahn

Ein Bilderbuchpanorama, wie es selbst im Salzkammergut außergewöhnlich ist. Blick von St. Gilgen auf den Wolfgangsee, links der Gipfel (Bergbahn) des Schafberges

Vorn nirgendwo ist der Blick auf Ort und See schöner, zumindest für uns Autofahrer, als gleich am Ortseingang, bevor die Straße in einer weiten Kehre hinab in den Ort führt. Hier ist ein großer Parkplatz ausgebaut. PKW, Kleinbusse und Taxis geben sich ein Stelldichein mit Hobbyfotografen aus aller Welt, die das herrliche Panorama des berühmten Wolfgangsees auf ihren Smartphones festhalten. Es ist wohl eines der am meisten fotografierten Motive im Salzkammergut. Unten im Ort ‚unterqueren‘ wir die Zwölferhornbahn, die in wenigen Minuten auf den Berg mit ‚Grenzenloser Aussicht‘ führt, wie es auf der Webseite des Unternehmens heißt. Allein der Blick auf den Wolfgangsee dürfte spektakulär sein. Unser Weg führt uns 25 Kilometer weiter nach Bad Ischl, davon 13 Kilometer entlang des Sees mit wunderschönem Blick hinüber nach St. Wolfgang und hinauf zum Schafberg, auf den seit 1893 eine Zahnradbahn führt.

Bad Ischl mit kaiserlichem Glanz

Der kleine Ort Bad Ischl ist vor allem als Kurort bekannt, und gelangte im 19. Jahrhundert zu hohem Ansehen, als Gäste wie Staatskanzler Metternich und Erzherzog Rudolf und wenig später sogar das erzherzogliche Ehepaar Franz Karl und Sophie, die Eltern des späteren Kaisers Franz Josef, hier zum ersten Mal einen längeren Kururlaub verbrachten. Den Höhepunkt der Ischler Blütezeit bildete die Zeit von 1849 bis 1914, als kaiserlicher Sommerresidenz unter Kaiser Franz Joseph I. 1853 verlobte sich Franz Joseph mit Elisabeth (Sisi) in Bayern im damaligen Seeauerhaus, das heute das Museum der Stadt Bad Ischl ist.

Foto: Alte Herrschaftshäuser in St. Gilgen liebevoll restauriert

Auszeichnung für höchste Lebensqualität

Von dem Glanz „alter Tage“ zeugt noch heute die im Biedermeierstil erbaute Kaiservilla und das Teehaus Marmorschlössl. Dem Ort selbst sieht es der Besucher sofort an den vielen herrschaftlichen Gebäuden an, dass er einst ein Promiort war. Das Zentrum ist auf die Fluss-Schleife der Traun begrenzt und misst im Durchmesser etwa 600 Meter. Wir genießen dieses Ambiente, die kleine Fußgängerzone, den Kurpark, die alten Bürgerhäuser, die Trinkhalle und die schön angelegte Flaniermeile „Sophiens Esplanade“ entlang der Traun. Der Ort hat für seine hohe Lebensqualität sogar eine Auszeichnung erhalten. Bad Ischl wurde beim Wettbewerb für Lebensqualität der Entente Florale Europe mit der höchsten jemals vergebenen Punktezahl mit einer Goldmedaille geehrt.

Den Wohlstand
beschert heute eine andere Quelle

Wie verwunschen liegt der kleine Ort Hallstatt ganz am Ende des Hallstätter Sees.

Ein Ausflug nach Bad Ischl lohnt also auf alle Fälle. Wer etwas mehr Zeit mitbringt als nur für eine Tasse Kaffee, kann Kaiserschlössl, Teehaus und andere Museen und Ausstellungen besichtigen. Unsere kleine Rundreise ist aber in der alten Kaiserstadt nicht zu Ende. Wir fahren 20 Kilometer weiter nach Hallstatt. Auch dieser Ort ist sehr geschichtsträchtig. Wie es der Name bereits andeutet, vor allem aufgrund seines Salzvorkommens. In jüngerer Zeit aber schöpft er seinen Reichtum aus ganz anderer Quelle. 800 Einwohner und eine Million Touristen titelte kürzlich eine renommierte deutsche Boulevardzeitung, in der Hochsaison bis zu 7000 Besucher täglich, die zumeist als Busgruppen anreisen, machen die Bewohner dieses zauberhaften Ortes direkt am Hallstätter See gelegen wohlhabend.

„Die Presse vermittelt ein falsches Bild“

Hallstatt: ein Dorf wie aus der Zeit gefallen

Ein jüngerer Einheimischer, der vor zwei Jahren selbst einen kleinen Laden eröffnete, und sich im Zentrum ein altes, fast schon baufälliges Haus kaufte, begrüßt in einem Gespräch mit uns die Popularität des Ortes. „Die Gäste hier sind ruhige, angenehme Zeitgenossen. Auch die Hotels des Ortes haben sich auf sie eingerichtet. Sie kommen aus Japan, China und Korea. Aus dem Nahen Osten nicht, dieses Klientel scheint auch schwieriger zu sein, wie man in der Branche hört“, so der Geschäftsmann. Nicht gut ist er auf die Presse zu sprechen, auf die überregionalen großen Medien. „Sie vermitteln ein Bild von Hallstatt, das so nicht stimmt.“

Auch wir hatten einen angenehmen Eindruck bei unserem kurzen Ausflug in die alte Stadt direkt am Berg. Die einzige Zufahrtsstraße ins Zentrum führt durch zwei Tunnel hinein und wieder hinaus, denn zwischen See und Berg ist kaum Platz. Und auch die vielen Touristen erleben wir, doch am Königssee in unserem Berchtesgadener Land habe ich den Besucheransturm „schlimmer“ in Erinnerung. Vielleicht ist es dem November geschuldet, denn die Hochsaison ist längst vorbei.

Die Macht der neuen Medien

Heute ist es zauberhafte Kulisse. Die Kirche aber hat in Hallstatt eine traurige Geschichte in der Vertreibung von tausenden von Protestanten.

Grund der Beliebtheit im fernen Osten soll der Nachbau des Dorfes in der chinesischen Provinz Guangdong sein und auch das fernöstliche TV-Programm. Die koreanische Seifenoper „Spring Waltz“ wird in Hallstatt und Wien gedreht. Unser Geschäftsmann aus Hallstatt aber sieht die Touristen und die vielen kleinen Filmchen, via Smartphone gedreht und im Netz geteilt, als eine der Hauptursachen für den touristischen Run auf diesen entlegenen Ort am Fuße des Dachsteins. Von alledem unbeeindruckt lassen wir uns von der Kulisse des Ortes inspirieren, die in der Tat schon fast kitschig anmutet, wie eine Filmkulisse aus einem Heimatfilm der 50er-Jahre. Die aus dem 16. Jahrhundert stammenden Gassen und Häuser im alpinen Stil sind nicht die einzige Attraktion. Eine Bootsfahrt auf dem tiefgrünen Hallstätter See inmitten der Berge oder eine Auffahrt mit der Salzbergbahn zu den Salzwelten hoch über den Dächern des Ortes zählen sicher ebenso dazu.

Eine Rundreise voller Eindrücke
für kleine Budgets

Für unsere Heimfahrt wählen wir dann die Route über Golling, auf mehr oder weniger einsamen Bergstraßen über Gosau, Rußbach und Abtenau. 46 Kilometer Landstraßen mit etlichen Kurven und Steigungen und 50 Minuten Fahrzeit, ehe wir wieder auf der Autobahn sind, diesmal nicht auf der Westautobahn, sondern auf der Tauernautobahn. Damit haben wir den Kreis geschlossen. Auf rund 200 Kilometer Strecke und drei Stunden Fahrzeit haben wir von der Weltkulturstadt Salzburg aus ganz außergewöhnliche Naturlandschaften und reizende Orte voller Geschichte kennen gelernt und überall eine herzliche Gastfreundschaft genossen. Ein Ausflug, der nicht viel kosten muss und ein Maximum an Erlebnis bietet. Unterwegs finden sich genügend Möglichkeiten für weitere Aktivitäten.

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