Beste Küche im Süden von Kreta

Den sonnigen Süden von Kreta erleben, Zeit haben, gute Laune und feines Essen.

Individual-Reisende im Süden Kretas, also ohne Halbpension und freie Quartierwahl, sind vornehmlich in einem Appartement als Selbstversorger untergebracht. Auch wir waren im Mai im Süden Kretas unterwegs und lernten dabei einige kleine traditionelle und gemütliche Lokale kennen. Vor allem in der Region um Plakias, einer der kleinen, doch dominierenden Küstenorte 20 Kilometer südwestlich von Spili, in einem weiten fruchtbaren Tal gelegen, das von den Bergen her flach bis ans Meer abfällt.

Im Ort begegnet uns das typische Bild eines jungen Tourismusortes. Restaurant reiht sich an Restaurant, doch von dem Rummel eines touristisch voll erschlossenen Ortes; wie etwa Malia an der Nordküste, ist man hier weit entfernt. Bis auf einen Restaurantbesuch im Ortszentrum waren wir immer ‚auswärts‘ essen, einige Kilometer aus dem Ort in zwei kleinen Bergdörfern und an einem einsamen Strand bei Souda, wo die Straße endet.

Touristen-Lokale geizen

Um es vorweg zu sagen, wir wurden kein einziges Mal enttäuscht. In allen sechs der besuchten Lokalen begegneten wir einer herzlichen Gastlichkeit, die mit einem Krug Wasser auf dem Tisch begann und mit einem obligatorischen Raki endete. Allein unser Touristen-Lokal im Zentrum von Plakias, das Kri-Kri, war hier die Ausnahme. Selbst Brot wäre extra zu bezahlen gewesen, was in den kleinen gemütlichen Strand- und Bergrestaurants kein Thema war, auch der Hauswein war hier mit fast fünf Euro deutlich teurer.

Myrthios hoch über dem Tal

Am Üppigsten speisten wird in der Taverna Dionyssos in Myrthios, ein kleines Dorf, das 300 Meter über den Tal in steiler Hanglage liegt und einen herrlichen Blick über das Halbrund der Küste von Plakias gibt. Dionyssos war wohl das originellste Lokal, denn wir sollten in der Küche, die wir gegenüber des mit hohen Glasfronten versehenen Gastraumes, über eine Gasse hinweg betraten, in die Töpfe schauen und hier unser Menü zusammenstellen. ‚Von allem etwas‘ ist dabei griechische Tradition, wir beschränkten uns zu zweit auf fünf halbe Portionen – und das Essen war reichlich und sehr schmackhaft landestypisch zubereitet.

Sallias, nur wenige Kilometer oberhalb von Plakias ist ein romantisches Bergdorf auf Kreta

Preislich lagen wir mit einem halben Liter Tischwein – der übrigens immer ganz ausgezeichnet war – immer zwischen 20 und 30 Euro für zwei Personen. 30 Euro auch nur dann, wenn wir uns noch für ein ‚Extra‘ wie ‚Süßes danach‘, einen Kaffee oder einen Ouzo entschieden. Die Regel waren 25 Euro, was auf eine Woche gerechnet 175 Euro für zwei Personen macht. Das ist nicht nur ‚leistbar‘, sondern ein besonderes Vergnügen, jeden Tag ein neues Lokal, eine neue Küche und neue Menschen kennen zu lernen.

Sellias ein zauberhaftes Bergdorf

So holten wir uns den Tipp für die Taverna Delfini in Souda bei unsererm Lokalbesuch in dem kleinen Bergdorf Sellias. Hier gibt es zwei Restaurants, unser erstes war das am Ortsausgang in Richtung Myrtius/ Canyon Kotsifou. Geführt wird es von einem jungen Team im Familienverbund und auch Einheimischen waren gerne zu Gast. Von Gastraum und Terrasse aus weitet sich der Blick über die Bucht von Plakias, über das grüne Tal bis hinüber zu den Bergen. In dem kleinen Ort Sellias lohnt ein kleiner Spaziergang durch enge, malerische Gassen hinüber zu einem kleinen Hügel auf dem eine orthodoxe Kirche thront. Die Straße von Plakias hier herauf ist abenteuerlich mit sehr engen Serpentinen und durch den Ort geht es stellenweise nur im ersten Gang. Also richtig romantisch schmiegen sich die kleinen Häuser an den Hang, eng an eng, zwischen den kleinen Gassen.

Zurück zu unserem Lokal. Die Küche war hervorragend und der Service bestens. Dazu wurden wir mit einem phantastischen Ausblick belohnt und wirklich günstigen Preisen. Auch lernten wir zwei nette Menschen kennen, die hier in Souda ihren Urlaub mit einem Tangokurs verbinden, Johannes und Hedwig. Das Lokal im Ortszentrum, etwa hundert Meter weiter, ist ähnlich geschnitten. Küche, Service und Freundlichkeit sind aber nicht ganz so zuvorkommend, wenngleich man es durchaus empfehlen kann. Einheimische waren hier nicht zu Gast.

Delfini: Einsames Restaurant mit bester Strandlage

Ein Traumstrand direkt vor dem Lokal

Der Tipp für das Restaurant Delfini hat sich als absolut richtig erwiesen. Sehr entlegen, an einem einsamen Strand, waren wir dort einer der wenigen Gäste. Die Stimmung, nahe dem Strand und dem blauen Meer, bei Sonnenschein und leichtem Wind war perfekt, Urlaubsfeeling pur. Auch hier wieder perfekter Service, vorab gleich mal ein großer Krug mit Wasser, Brot mit einem Dipp und zum Abschluss der Raki. Der Tischwein war hervorragend und das Essen hätte nicht besser sein können. Ich wählte eine kleine Fischplatte und Christine ein Auberginengemüse, alles sehr frisch und schmackhaft zubereitet. Ein Besuch am Strand von Souda am Tag danach haben wir wegen fehlenden Schattenplätzen nach wenigen Minuten abgebrochen. Am Ortsrand von Plakias hatten wir ein kleines feines Plätzchen gefunden, Schatten und Sonne und dazu ein nettes Lokal mit Sonnenliegen, die Taverna ‚On the Rock‘.

Lokal mit Sonnenliegen

‚Lokal mit Sonnenliegen‘ ist eine weitere Eigenart hier im Süden von Griechenland. An schönen Stränden sind überall Sonnenliegen mit Schirmen zu finden. Und im Gegensatz zum Norden werden hier keine Gebühr von zehn Euro für zwei Liegen und Sonnenschirm kassiert, sondern die Nutzung der Liegen mit einer kleinen Bestellung ‚verrechnet‘. Und so verbanden wir das Angenehme mit dem Nützlichen bestens. Bei wechselndem Wetter, mit viel Wind und Sonnenstunden, hatten wir die große Auswahl, reihenweise leere Liegen. Das Meer war ‚unterkühlt‘, doch einige Minuten in dem salzigen Nass waren uns immer ein Vergnügen.

Auch im wunderschön gelegenen Berdorf Myrtius probierten wir ein zweites Restaurant. An dem steil abfallenden Berghang bauten einige der Restaurantbesitzer ihre Terrassen weit aus dem Hang hinaus. An der vorderen, meist verglasten Brüstung, ging es dann schon mal acht Meter in die Tiefe. Eine Investition, die sich aber zu lohnen scheint. Touristen, Einheimische und auch wir genossen den weiten Blick auf die Landschaft, die Küste und das Meer, während die Sonne sich langsam ihrem Untergang hinter der sanft abfallenden Landschaft entgegen neigt. In der Zwischenzeit genossen wir die Gastfreundschaft bei ein, zwei Gläschen Wein und lokalen Gerichten. Mein Favorit war meist ein zartweiches Lammgericht, Christine wählte gerne eine Gemüsevariante.

Bäuerliche Küche mit Knoblauchbrot

Unser letzter Lokalbesuch führte uns in die Tabera am Ortsausgang von Plakias. Wir haben eine einfache Küche erwartet und unser erster Eindruck vom Lokal hatte uns nicht getäuscht. Hier wurde die bodenständigste Art der griechischen Küche serviert, was dem Geschmack keinen Abbruch tat. Als ‚welcome‘ reichte man vier Scheiben frisch geröstetes Weißbrot mit reichlich Knoblauch bestrichen, lecker.

‚Unter dem Strich‘ haben wir jeden Tag abwechslungsreiche, gesunde griechische Küche erlebt. Bei Pauschalreisen garantiert nicht inklusive. Selbst unser Gewicht konnten wir halten, da wir uns neben einem guten Frühstück, auf das abendliche Essen beschränkt haben – ohne dabei zu hungern. Dazu täglich etwas sportliche Betätigung und Zeit zum Relaxen am Strand. Mehr von unserer Reise in den Süden von Kreta lesen Sie im nächsten Blogbeitrag.

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