Noch etwas Köfte und Havuc Salatasi?

Urlaub ist etwas Wunderbares!
Kultur und gutes Essen in der Türkei.

Von unserem Feriendorf Aktur aus, gerade mal 25 Minuten mit dem Auto am Meer entlang, geht es zu unserem ersten Ausflugsziel, Datça. Die Straße, obwohl geteert, ist eher eine grobe Straße, kurvig und ein ständiges Hoch und Runter. Die Küstengegend zeigt sich dort eher hügelig. Kantige Felsen und eine spärliche Vegetation verleiten die Wild-Esel dazu, hier in freier Wildbahn ihre Fohlen zu bekommen. Vor allem bei Nacht kann man den einen oder anderen am Straßenrand, bei einem von vielen Brunnen, stehen sehen.

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In Datça angekommen parken wir auf einem öffentlichen Parkplatz. Zahlen muss man hier nichts. Allerdings kann man sein Auto nach ein paar Stunden parken erst einmal gründlich putzen. Da es sehr heiß und der Parkplatz gekieselt ist, staubt es sehr.

Es ist 15 Uhr. Früher hätten wir gar nicht hier sein wollen. Die Mittagshitze in der Türkei verleitet dazu, im Schatten zu sitzen und sich an kühlem Obst und gutem Çay zu erfreuen. Zuerst einmal sehen wir uns heute die Strandpromenade von Datça an und wollen danach ein wenig shoppen gehen – in der Straße, die wir wohl als Fußgängerzone bezeichnen würden, auch wenn hier Autos fahren dürfen.

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An der Strandpromenade herrscht reges Treiben. Der ganze Strand ist voll mit Liegen, Schirmen und sowohl Einheimischen als auch Touristen, die Strand und Meer genießen. Es gibt so viel zu entdecken, zu bestaunen und zu sehen. Beispielsweise einen Schuhmacher, der aus Leder Sandalen nach Maß anfertigt. Vielleicht lasse ich mir welche machen. Ein Geschäft weiter werden traditionell hergestellte Öle, Seifen und feine Cremes auf Olivenölbasis feilgeboten. Die Verkäuferin lässt die Besucher alles testen. Ob man etwas Creme nehmen oder ein Stück Brot in Olivenöl eintunken und genießen möchte  kein Problem.

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Das Deutsch der Verkäuferin ist nicht so gut, aber auf Englisch kann man sich mit ihr unterhalten. Den Laden verlassend und die Straßenseite wechselnd entdecken wir das nächste Geschäft. Er bietet Souvenirs und Tabakwaren an. Tabak ist ein wichtiger Bestandteil der türkischen Kultur. Die getrockneten Blätter in die Pfeife gestopft, als Zigarette gerollt oder mit Tee angereichert für die Wasserpfeife präpariert  alles geht. Als frischer Nichtraucher komme ich hier sehr in Versuchung. Aber einen neuen Topf für die Wasserpfeife und den leckeren Frucht-Tabak nehmen wir mit.

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Abschließend, gesäumt mit ein paar feinen Restaurants, läuft die Straße wieder auf das Meer zu. Direkt zu den Anlegestellen der Ausflugsboote. Wir setzen uns in eine Bar und bestellen leckeren Kahve. Serviert wird Mokka, während wir dem regen Treiben auf der Promenade zusehen. Langsam wird es dunkel und die Mägen fangen an zu knurren. Vorbei an einem Stand, wo es Muscheln mit Reis als Fingerfood gibt, serviert mit einem Spritzer Zitrone und etwas Salz, sind wir auf dem Weg zu einem Pide-Restaurant.

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Der Chef empfiehlt uns die Speisen des Tages. Es gibt Leber, einen Eintopf, Köfte und natürlich bekommt man auch Lahmacun und Pide. Wir bestellen alle Lahmacun, zwei Stück für jeden. Vorweg gibt es eine Variation aus Vorspeisen. Haydari – Knoblauchjoghurt verfeinert mit Minzblättern, Acili Ezme – ein (wirklich) scharfes Tomaten-Pepperoni-Pesto, Ahtapot Salatasi Oktopus-Salat, Patlican Salatasi – gegrillte Aubergine in Öl mit Kräutern und dazu gutes Lavaş Brot.

Nach einem von vielen ersten Eindrücken geprägten Tag machen wir uns auf den Weg zurück zum Auto. Es war ein wirklich schöner Tag in einem bezaubernden Land. Egal ob die Männer, im Kaffeehaus sitzend und „Okay“ spielen, oder die Frauen, welche liebevoll Speisen in den Restaurantküchen zubereiten  in Datça ist die Welt noch in Ordnung.

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Übrigens, alle, die sich jetzt fragen „Gibt es viele Kopftuch-Tragende in Datça?“ – Nein! Das mit den Kopftüchern ist ein schwieriges Thema und für einen Europäer schwer nachzuvollziehen. Kopftuch zu tragen ist in den westlichen Regionen der Türkei, jene, welche wie Datça eher Atatürk befürworten, verpönt. Wenn man allerdings in den Osten der Türkei blickt, oder in die Regionen, in welchen die Religion großen Einfluss genießt, findet man sicher mehr Frauen, die ihr Haupt bedeckt halten. Atatürk hatte „damals“ bewirkt, dass Kopftücher sowohl in der Politik als auch in sämtlichen öffentlichen Posten verboten werden. Sie waren unter Atatürk gesellschaftlich nicht sehr anerkannt und man wurde als Frau, welche sich verschleiert, sogar gemieden.

 

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2 Gedanken zu “Noch etwas Köfte und Havuc Salatasi?

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